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Weinkeller

Ansgar Galler war im Radio

Wir waren in der Radiosendung "Alles in Butter" des WDR 5
Ab ca. der 33 Minute spricht Ansgar Galler.


Die Radiosendung finden Sie hier.

4x Gold beim 8. Internationalen PIWI Weinpreis

Unsere Piwis haben beim 8. Internationalen PIWI Weinpreis von PIWI International gleich vier GOLD-Auszeichnungen erhalten:
EMICH – 95 PAR-Punkte
HEINRICH – 95 PAR-Punkte
FRIEDRICH – 93 PAR-Punkte
FEODORA – 92 PAR-Punkte


Mehr Informationen finden Sie hier.

Vinum Magazin - Pet Nat Artikel

Es gab 16 Punkte für unseren Galler Pét Nat Brut Nature 2016
"Schale eines reifen Apfels, oxidierter Stil, doch nicht oxidiert. Herbe Kräuter, aber auch Grüntee und viel Kamille, Salbei. Satte Perlage, saftiger.süffiger Stil, der stimmig und ein wenig geleckt daherkommt. Traubenschalen, kraftvoll mit knackigem Abgang und recht frischer Art. Gewagte Kombination zu Lardo."


Den Artikel finden Sie hier.

"Gold-Regen" beim 7. internationalen Piwi-Weinpreis 2017

Allen voran beim 7. internationalen Piwi-Weinpreis 2017 lag Ansgar Galler mit seinen Weinen "goldrichtig". Alle eingereichten Weine erhielten Prämierungen, darunter einmal "Großes Gold", fünfmal "Gold" und zweimal "Silber". Besonders zu nennen wäre hier der 2015er Rotwein KUNIGUNDE (offizielle Bezeichnung VB91-26-29), welcher mit 96 PAR Punkten das "Große Gold" erreichte und in der Gesamtwertung sogar Platz 3 belegte Bewertet wurden die Weine durch die WineSystem AG nach dem PAR-Punkte-Schema.


Die offizielle Pressemitteilung finden Sie hier.

Top-Bewertung beim Wettbewerb "Bio-Weingüter des Jahres 2017"

Beim diesjährigen Wettbewerb "Bio-Weingüter des Jahres 2017" von SELECTION - DAS GENUSSMAGAZIN belegen wir im internationalen Gesamtwettbewerb einen sagenhaften Platz 13. Innerhalb des Anbaugebiets Pfalz wurden wir sogar zum viert-besten Bio-Weinguts gekürt!


Die offizielle Pressemitteilung finden Sie hier.

Newsletter vom Piwi-Pionier

Hier finden Sie unsere aktuellsten Newsletter zum Download:


Newsletter NOVEMBER 2018

Newsletter NOVEMBER 2017

Newsletter JULI 2017

Newsletter MAI 2017

Großartige Piwi-Weine - was gibt es Gutes und Neues? Von bonvinitas Chefredakteur Dieter Simon · 16 August 2017

Sowohl das Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof des Julius Kühn-Instituts, Bundesforschungsanstalt für Kulturpflanzen, in Siebeldingen/Pfalz, wie das Staatsweingut bzw. der Staatsweinkeller Baden-Württemberg in Freiburg/Baden als auch das Weingut Galler in Kirchheim an der Weinstraße/Pfalz, das Versuchsanbau macht, haben uns Probeweine gesandt. Hintergrund ist der Pilzbefall von Reben. Seit 1845 tritt der Pilz „echter Mehltau“, Volksname Oidium, auch in Europa auf und schädigt Reben und auch Trauben leider sehr nachhaltig bis zum Totalverlust. Gleiches gilt bedauerlicherweise auch für den „falschen Mehltau“, Volksname Peronospora, der 1878 nach Europa eingeschleppt wurde. Leider sind unsere edlen europäischen Sorten gegen dies Pilze nicht resistent, so dass die Winzer in der Regel gezwungen sind, zu mehr als zu natürlichen Maßnahmen zu greifen. Da Beobachtungen ergeben haben, dass sowohl amerikanische Wild- wie asiatische Reben dagegen gefeit sind, wird insbesondere von Forschungsinstituten mit Kreuzungen versucht, pilzwiderstandsfähige Sorten, s.g. Piwi-Sorten, zu züchten. Davon gibt es immer wieder neue, deren Weine jedoch den allgemeinen Qualitätsansprüchen standhalten müssen. So war diese redaktionelle Verkostung, die im Gegensatz zu unserem Weinführer mit Blindverkostungen durch Fachleute meine persönliche Meinung darstellt, sehr interessant, wovon ich die besten Gewächse hier vorstellen möchte: Zunächst die Weißweine Dr. Oliver Trapp vom Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof des Julius Kühn-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, der insbesondere mit der Resistenzzüchtung betraut ist. Mit 85 Punkten bewertet – nach unserem Bewertungssystem im Weinführer – habe ich den 2016 Weißwein trocken der Sorte Gf.1993-22-6 vom Geilweilerhof mit angenehmen 11% Alkohol (Kategorie 1- trocken bis 12%, grüne Punkte) und notiert: In der Nase reif mit Noten von Herbstäpfeln, Apfelkuchen, Cashewnüssen; kräftiger Körper mit Rückgrat und Biss mit durchaus präsenter, rassiger Säure und anhaltend weinigem Finish, passt gut zu Poularde oder Wiener Schnitzel. Die Kreuzung, die bislang nur eine Nummer trägt, gelang 1993 mit einem Einsparungspotenzial von Fungiziden (chemischer oder biologischer Wirkstoff gegen Pilze) von bis zu 80%. Dr. Oliver Trapp vom Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof: "Die Sorte ist unter dem Namen "Calardis blanc" zum Sortenschutz angemeldet, und wirerwarten den Sortenschutz 2018." Für ebenfalls 85 Punkte befand ich die 2016 Bacat Weißweincuvée trocken vom Staatsweinkeller Freiburg. Bacat ist ein Markenname des Staatlichen Weinbauinstituts Freiburg, unter dem Cuvées aus Piwi-Sorten vinifiziert und angeboten werden, so dass man eine amtliche Prüfungsnummer erhalten hat. Ein Biowein in der netten 2,25 l „Grünen Weinbox“ mit Zapfhahn, zu der ich notiert habe: Im Bukett Noten von Kräutern, hellen Kirschen, Zuckermelone; kräftiger Körper mit floraler Frucht, die an Holunder erinnert, was sich Finish nachhaltig fortsetzt. Bei angenehmen 12,5% (rote Punkte für trocken ab 12,5%) vermache ich dem Tropfen trotz relativer Leichtigkeit ein Reifungspotenzial von drei bis vier Jahren, ein Wein wie ein fröhlicher Jahrmarkt mit Fahrgeschäften. Passt gut zu würzigeren Speisen wie Grillspieße oder Pekingente. Der Staatsweinkeller propagiert obendrein die „Grüne Weinbox“ als deutlich energie- und CO2-sparender gegenüber herkömmlichen Weinflaschen. Für ebenso 85 Punkte befand ich den 2016 Ebringer Johanniter trocken des Staatsweinguts Freiburg, ökologischer und VDP-Ortswein: Dezenter Duft nach Birnen und Cashewnüssen; kräftiger, süffiger Körper mit 13,5% und Rückgrat, was sich mit angenehm belebender Säure in Finish fortsetzt; ein saftiger Wein mit gut drei bis vier Jahren weiterem Potenzial. Passt gut zu Schweinebraten, Schnitzel oder Grillhähnchen. Die Sorte wurde 1968 vom Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg gezüchtet und ist inzwischen in ganz Deutschland verbreitet, allerdings mit sehr minimalen Flächen. Als sehr zukunftsweisend habe ich die Sorte Felicia empfunden, die 1984 am Geilweilerhof gezüchtet wurde: 89 Punkte für den 2016 Siebeldinger Mönchspfad Felicia Kabinett trocken, Geilweilerhof/Pfalz. Denn eine solche Qualität muss man mit einem 11,5%-Wein (grüne Punkte) erst einmal hinbekommen: Reifes Bukett Richtung Weißburgunder mit Anklängen an frische Äpfel und einem Hauch Butter; auf der Zunge sehr harmonisch, süffig, mundfüllend; im Finish frisch mit zarter Terroirnote; rundum ein harmonischer, leicht zugänglicher, kräftig-süffiger Tropfen, Riesling-ähnlich, der Spaß macht; mit gut zwei bis drei Jahren Potenzial. Passt gut als Aperitif zu Fingerfood, zu Fisch gebraten oder Schweinebraten. Der Geilweilerhof nennt bei dieser Sorte ein Einsparungspotenzial von Fungiziden gegen Pilze von bis zu 70%. Mit ebenfalls 89 Punkten bewertet habe ich den „Friedrich“, 2016 Johanniter trocken des Weinguts Galler in Kirchheim/Weinstraße/Pfalz: harmonischer, reifer Duft nach reifen Birnen, Feigen, Vanille; auf der Zunge ein reifer, mundfüllender, sehr harmonischer Wein mit gut eingebundener Säure; füllendes Finish mit Terroirnoten; insgesamt ein runder, mundfüllender Tropfen, wie ein holzgetäfelter Salon; mit gut fünf Jahren Zukunft. Ich wäre gespannt, wie er sich dann präsentiert. Passt gut zu geräuchertem Fisch, wie Schillerlocken, zu Schweinefilet oder Kalbsbraten. Ansgar und Katja Galler, Weingut Galler in Kirchheim/Weinstraße/Pfalz, die sich sehr für Piwi-Sorten engagieren. Katja Galler fungiert sogar als Kassenwartin von PIWI-International. e.V. Foto: Andreas DurstAnsgar und Katja Galler, Weingut Galler in Kirchheim/Weinstraße/Pfalz, die sich sehr für Piwi-Sorten engagieren. Katja Galler fungiert sogar als Kassenwartin von PIWI-International. e.V. Foto: Andreas Durst Ansgar und Katja Galler sind in PIWI-International e.V. aktiv, einer Arbeitsgemeinschaft, in der sich Züchter und Interessierte weltweit über pilzwiderstandsfähige Neuzüchtungen austauschen. Katja Galler fungiert im fünfköpfigen Vorstand mit Mitgliedern aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Italien und Tschechien als Kassenwartin, was das Engagement dieses Weinguts in Sachen Piwi nicht besser unterstreichen könnte. Nochmals das Weingut Galler mit „Feodora“, 2016 der Sorte VB.CAL.6-04 trocken, im Versuchsanbau, doch schon deutscher Qualitätswein Pfalz mit Prüfungsnummer: Kräftiger, reifer Duft mit Noten von grünen Walnüssen, Herbstäpfeln, Nusskuchen; am Gaumen ein kräftiger mundfüllender Tropfen mit eigener Aussage, der im Finish lange bleibt und in interessanten floralen Noten gipfelt. Ein kräftiger Wein mit angenehmen 12,5% und eigener Persönlichkeit, wie eine Jugendstilvilla; mit gut vier bis fünf Jahren Potenzial, den ich mit 90 Punkten bewertet habe. Schön zu Räucherfisch, Schweineschnitzel oder gebratener Leber. Ich denke, eine Sorte, die es zu entdecken gilt. Ein Rosé feinherb Mit 88 Punkten (Weine mit Restsüße, orange Punkte) bewertet habe ich den 2016 Bacat Rosé ökologischer Wein des Staatsweinguts Freiburg, wie erwähnt eine Cuvée unter dem Markennamen Bacat mit Prüfungsnummer Baden: fruchtiger Duft nach Himbeeren, roten Johannisbeeren, Johannisbeergelee; fruchtiger intensiver Körper, in dem sich die genannten Noten fortsetzen, sowie Anklänge an Erdbeerbowle; fruchtig weiniges Finish, das zum Nachtrinken animiert. Ein Wein, der Spaß macht, wie eine Operette. Schön als Aperitif sowie als Terrassenwein oder zu würzigeren Gerichten wie Couscous oder marinierten Grillsteaks. Zu den Rotweinen Für 88 Punkte wert befand ich den 2015 Bacat rot trocken vom Staatsweinkeller Freiburg, eine rote Cuvée von Piwi-Sorten mit amtlicher Prüfungsnummer Qualitätswein Baden in der grünen Weinbox: Tiefer Duft nach Kirschmarmelade, Toast, Teer; kraftvoller Körper mit Tiefe und einem Hauch südländischer Exotik; im Finish gut eingebundene Tannine und nochmaligen Toast- und Teernoten – sehr trocken; ein eher südländischer Rotwein, wie eine warme Nacht mit lauem Wind. Gut acht bis zehn Jahre Zukunft, in der er noch runder werden dürfte. Schön zu Sauerbraten oder Wildgulasch. Mit 92 Punkten bewertet habe ich den 2014 Blankenhornsberger Cabernet Carbon ökologischer und VDP-Ortswein, Staatsweingut Freiburg: Sehr elegantes Bukett mit Anklängen an Kirschkonfitüre, Bitterschokolade und einem Hauch Teer; am Gaumen ein eleganter harmonischer Rotwein mit viel Aussage und einem ausgewogenen Rotweinfinish; ein eleganter Rotwein „aus gutem Hause“, Spätburgunder-ähnlich, mit viel Harmonie. Schön zu Rehrücken rosa oder Filetsteak. Cabernet Carbon ist eine vom Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg 1983 gezüchtete pilzwiderstandsfähige Rotweinsorte. „Den Vogel abgeschossen“ mit 95 Punkten hat „Kunigunde“ 2015 VB 91-26-29 deutscher Qualitätswein Pfalz trocken des Weinguts Galler: Sehr edler Duft nach Cassis, Kirschmarmelade, Johannisbeergelee, Milchschokolade; auf der Zunge sehr harmonische Tannine, Tiefe, Frucht, gut balanciert; angenehmes Rotweinfinish mit reifen Tanninen; kurzum ein edler, reifer Rotwein, wie ein Michelin-Stern-Restaurant am Abend, mit „noch“ 13,5% und viel Zukunft von gut acht bis zehn Jahren. Passt gut zu Rumpsteak, Filetsteak oder Hirschkalbskeule. Ich bin gespannt, wie die Sorte dann heißen wird, auf jeden Fall muss man sie sich merken.!

Dieter Simon, Chefredakteur und Herausgeber bonvinitas; Titelfoto bonvinitas, andere Fotos PR, sofern nicht anders angegeben.

Meiningers Sommelier 03-2017 Der Weintipp (...) von Inge Mainzer

Inge Mainzer, Winzerin, Sommelière, selbständige Weinberaterin hat das Winzerhandwerk auf dem elterlichen Weingut an der Mosel von der Pike auf gelernt. Mit fachlichem Know-how, tiefer Verbundenheit zum Winzerhandwerk und langjähriger betriebswirtschaftlicher Erfahrung unterstützt sie Weingüter in der Qualitätssicherung und betriebswirtschaftlichen Fragen. Sie ist Dozentin an der Deutschen Wein- und Sommelierschule und Mitbegründerin des PAR Instituts für Qualitätsmanagement.

Die Weinempfehlung: 2016 Feodora, VB Cal. 6-04 *), Weingut Galler, 67281 Kirchheim/Pfalz.

Das Weingut: Ansgar und Katja Galler sind PIWI-Pioniere. Seit 2012 pflanzen sie ausschließlich pilzwiderstandsfähige Rebsorten (PIWIs) an. So können sie den Pflanzenschutz auf ein Minimum reduzieren und einen maximal ressourcenschonenden Weinbau betreiben. Ihr Anspruch: Der Natur ihren Lauf lassen! Sie beschränken Ihre Eingriffe im Weinberg wie im Keller auf das Notwendigste. Das Ergebnis dieses bewussten Tuns und Lassens sind lebendige Weine mit authentischem Profil und individuellem Lagen- und Jahrgangscharakter. Als Hommage an ihre Region, das Leininger Land, haben sie ihren Piwi Weinen Namen aus der Genealogie der Leininger Grafen gegeben. So gesellt sich Feodora zu Emich, Kunigunde und Friedrich.

Der Wein: Vor Kurzem wurde in der Fachpresse an prominenter Stelle die Frage aufgeworfen, ob es wirklich gute PIWI’s gibt. Hier ist der Beweis! Feodora besticht schon in der Nase mit einer ausgeprägten, vielschichtigen Aromatik nach reifer Weiß- und Gelbfrucht, bunten Sommerblüten und feinen, nachhaltigen Würznoten. Der dichte, runde Auftritt im Mund wird gepaart mit einer griffigen Lebendigkeit durch ausgeprägte und mineralisch gut gepufferter Säure. Lang anhaltende Mundfülle durch langes Vollhefelager und reduktiven Ausbau im Holz. Wenn dieser Wein seinen Namen zu Recht trägt, muss Feodora eine unglaublich vielfältige, bezaubernde, spannende und gleichzeitig sehr charaktervolle Gräfin gewesen sein. Das Glas: Die vielschichtige Aromatik dieses Weißweins kommt am besten zur Geltung in einem nicht zu kleinen Glas mit langem Kamin. Das Spiegelau Willsberger Anniversary Rotweinglas bietet die perfekte Bühne für Feodoras Auftritt und lang anhaltende Performance. Was gibt es zu essen? Krosses, auf der Haut gebratenes, in weißem Balsamico mariniertes Hühnchen, dazu Kräuterseitlinge, gegart in einer Weißweinjus mit extrahiertem Oregano, Basilikum und frischer Petersilie. Reichlich reifer Zitronensaft, Fleur des Sel und frisch gemahlener Szechuan Pfeffer verleihen dem Hühnchen den kulinarischen Kick.

*) Kreuzung aus Sauvignon blanc x Riesling x Resistenzpartnern

Der passionierte Piwi-Pionier Berliner Zeitung 7. Januar 2017 & Kölner Stadt-Anzeiger 11. Januar 2017

WEINKUNDE VON ROMANA ECHENSPERGER

Das Weingut Galler ist mit seinen elf Hektar Rebfläche ein eher kleiner Betrieb in der Pfalz und noch dazu ein relativ neuer. Der Wunsch nach Selbstständigkeit von Kellermeister Ansgar Galler und seiner Frau Katja kam mit dem ersten Kind. Sie machten sich auf die Suche nach einem Weingut, das sie übernehmen konnten und wurden in der Pfalz fündig. Seit 2009 können sie so nicht nur Familie und Beruf besser miteinander verbinden, sondern auch endlich ihre Ideen verwirklichen. Die Gallers sind nämlich Pioniere im Anbau von Pilzwiderstandfähigen Rebsorten, den sogenannten Piwis. Das sind Neuzüchtungen, die Winzer in der Theorie überzeugen, denn sie brauchen deutlich weniger Pflanzenschutz als herkömmliche Rebsorten. Allerdings greifen in der Praxis die meisten doch auf Bewährtes wie Riesling oder Weißburgunder zurück – auch, weil der Konsument mehr mit diesen Namen anfangen kann. „Mich faszinieren und überzeugen die Piwis“, sagt Ansgar Galler. „Schließlich geht der Fortschritt auch im Bereich Rebzüchtung immer weiter. Wir fahren heute ja auch nicht mehr mit VW Käfern rum.“ Die Hälfte seiner Rebflächen hat er mit Piwi-Sorten wie Cabernet Blanc angelegt – und leistet so, abseits des Mainstreams, wertvolle Entwicklungsarbeit. Auf die Frage, ob bei diesen Weinen die Herkunft geschmacklich weniger nachvollziehbar sei als im Vergleich zu Riesling beispielsweise, antwortet er:„Wir stehen am Anfang.Wenn sich mehrere Winzer für den Anbau entscheiden, könnte die gleiche Rebsorte auf verschiedenen Böden angepflanzt werden. Dann könnte man Vergleiche ziehen. So weit sind wir noch nicht.“ Neben schon bekannten Sorten wie Cabernet Blanc ist Galler begeistert von einer ganz neuen Sorte. Weil die Kreuzung aus Riesling, Sauvignon Blanc und einem Resistenzpartner noch keinen Namen hat, schreibt er kurzerhand die Versuchsnummer „VB. CAL. 6-04“ auf das Etikett. Es sei, sagt er, „sein Hammerwein“. In der Tat überzeugt dieser Weißwein mit komplexem Aromenspiel. Es zeigen sich Noten von Mandarine, Ananas, Melone, Stachelbeere, Brennnessel, Biskuit und Mandeln. Der Wein ist angenehm trocken und verfügt über ein enormes, dichtgewobenes, cremiges Mundgefühl. „Wir lassen unseren Weinen Zeit auf der Hefe. Damit brauchen wir keine Kellerzusätze und bekommen dieses Mundgefühl in unsere Weine“, erklärt Galler. Im Nachhall changieren exotische und nussige Aromenmit saftiger Säure, weshalb der Wein fantastisch zu kräftig gewürzten Asiagerichten passt. „Wir würden uns mehr Kunden wünschen, die neugierig auf unsere Piwi-Weine zugehen“, sagt Ansgar Galler. „Ich kann nur sagen – es lohnt sich!“ Stimmt. 2015 „VB. CAL. 6-04“ trockenWeingut Galler/Pfalz, 14,90 Euro, weingut-galler.de

SWR 1 Weinmann Werner Eckert Stand: 7.7.2016, 14.05 Uhr

„amerikanisches Wildrebenblut"

2015er VB CAL 6-04 Weingut Galler aus Kirchheim an der Weinstrasse

Dieses Jahr wird kein leichtes sein… für die Winzer! Da hat jemand vergessen, die Dusche abzuschalten. Wochenlang Wasser vom Himmel. Was vergangenes Jahr zu wenig war, ist dieses Jahr zu viel. Nun ist die Rebe an und für sich eine gebürtige Schlingpflanze aus dem Auenwald. Also Wasser gewöhnt. Aber wenn da gesunde Trauben dran wachsen sollen, wird’s eng. Denn die europäischen Reben kommen mit Pilzen nicht klar, die erst vor etwas rund 150 Jahren aus Amerika eingeschleppt worden sind. Sie sind völlig wehrlos dagegen. Werner Eckert Werner Eckert . Gegen Peronospora zum Beispiel, den falschen Mehltau. Und der wütet gerade in den Weinbergen. Da hilft nur Chemie. Oder aber: Erbgut amerikanischer Wildreben, die über Jahrtausende gelernt haben, mit dem Pilz zu leben. Ganz traditionell kann man das in europäische Reben einkreuzen. Dann entstehen neue Sorten. Wir testen den 2015er VB CAL 6-04 vom Weingut Galler aus Kirchheim an der Weinstraße. Kostet € 14,40 ab Weingut. Fruchtige Kreuzung Der ist kräftig goldfarben und duftet nach Birne, Melone und Gurke. Kommt rüber wie ein Burgunder – also eher sämig als sauer. Mineralisch und außerdem ein ordentlicher Brocken mit fast 14% Alkohol und spürbarer Süße leicht über trocken. Frucht ist da: neben den gerochenen noch Ananas. Die Sorte mit dem seltsamen Kürzel ist eine Kreuzung von Sauvignon blanc und Riesling mit Pflanzen, die eben „amerikanisches“ Wildrebenblut haben. Damit kommen sie gut durch nasse Jahre. Unvoreingenommen sein! Nachteil: es steht halt nicht Riesling drauf – oder Sauvignon. Und: wie erklärt man das Ganze den eher traditionellen Weinkunden? Unvoreingenommen müssten die ja feststellen: echt gut zu trinken und durchaus auch als Wein zum Essen geeignet – zum gegrillten Gemüse. Aber: wer ist bei Wein schon unvoreingenommen?

50 Prozent pilzwiderstandsfähige Rebsorten!

Mit pilzwiderstandsfähigen Rebsorten sind Weinproduzenten der Natur eine Nasenlänge voraus. Jegliche Form von Pflanzenschutz ist genau genommen nur ein „dem Problem Hinterherhinken“. Natürlich treten auch andere Probleme auf. Als Monokultur angebaut kann die Rebe von Schädlingen wie beispielsweise Insekten oder Viren befallen werden, die einen Pflanzenschutz nötig machen. Die gefürchteten Pilzkrankheiten könnten mutieren und eines Tages in ferner Zukunft auch wieder PIWI-Rebsorten befallen. Aber im Hier und Jetzt sind PIWIs die beste Möglichkeit, um weitestgehend auf Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Weinbau ohne Chemie und ohne Bodenbelastung ist kein Traum, sondern PIWI-Realität. (http://www.piwi-international.de/de/informationen.html) Katja & Ansgar Galler haben in Kirchheim an der Weinstraße ein kleines aber feines Familienweingut übernommen. Seitdem hegen sie den Wunsch nach etwas Besonderem. Im Jahr 2011 hatten sie zum ersten Mal Kontakt mit Piwis. Der Geschmack der Trauben inspirierte den Weinküfermeister Ansgar Galler sofort und er pflanzte 2012 die ersten Piwis: den Cabernet blanc. Dieser erzielte beim internationalen Piwi Weinpreis bereits in 2013 eine Silber- und für den 2014er Jahrgang eine Goldmedaille. 2013 folgten Muscaris, Pinotin und VB 91-26-29, 2014 VB CAL. 6-04 und 2015 Johanniter. Nach der geplanten Anpflanzung in 2017 mit Cabernet Cortis und Cabernet Cantor erreichte der Anteil der Piwi-Rebsorten 53%. Der 2015er Jahrgang, der erste Jahrgang aus Öko-Umstellung, wurde ausschließlich spontan und ganz ohne Zusätze, größtenteils in kleinen Holzfässern vinifziert. Geschmacklich hat er auch Katja Galler (Dipl. Agr. Ing.) überzeugt. Deshalb wird in 2016 weiter in kleine Holzfässer investiert, um noch mehr Weine im Holzfass zu vergären. Ab sofort können Sie sich in unserem Weingut oder mit einem Probierpaket selbst ein Bild über die tollen Weine machen.